Naturschutzprojekt halboffene Waldlandschaft
       
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Ökologische Sanierung und naturtouristische Entwicklung
von deutschen und polnischen Teileinzugsgebieten der Oder
Projektnummer INT-09-0026

 
Hintergrund
 
Der Landschaftswasserhaushalt ist in weiten Teilen des polnischen und deutschen Einzugsgebietes der Oder gestört. Die mit der menschlichen Besiedlung vorgenommenen Eingriffe in den eiszeitlich geprägten Naturraum haben die natürlichen Landschaftsfunktionen von Mooren und Gewässern auf beiden Seiten der Oder langfristig geschädigt. Im Drawienski Nationalpark auf polnischer Seite und im Naturpark Barnim auf deutscher Seite stellen die Einzugsgebiete der Drawa, des Nonnenfließes, der Finow und des Pregnitzfließes aufgrund ihrer Flora und Fauna heute die ökologisch wertvollsten Fließgewässereinzugsgebiete in der Region dar. Sie sind wichtige naturtouristischen Zielen in beiden Gebieten.
 

 

Projektbeschreibung
 
Gemeinsam mit dem Drawienski Nationalpark hat der Förderverein Naturpark Barnim e.V. bereits Projekte zum Fledermausschutz und zur Ökologischen Sanierung des Fließgewässereinzugsgebietes von Nonnenfließ und Schwärze realisiert. Beide Partner wollen nun einen wesentlichen Beitrag zur touristischen Entwicklung ihrer Regionen leisten.
 
In den naturräumlich besonders wertvollen Einzugsgebieten der Drawa im Drawienski Nationalpark sowie der Finow, des Nonnenfließes, und des Pregnitzfließes im Naturpark Barnim sollen wesentliche ökologische Parameter wie Wasserrückhaltung, Durchgängigkeit für Fische und Strukturreichtum verbessert werden. Für europaweit besonders relevante Arten der FFH-Richtlinie wie z. B. Westgroppe (Cottus gobio) und Bachneunauge (Lampetra planeri), Kleine Flussmuschel (Unio crassus), Großer Feuerfalter (Lycaena dispar) und Glanzorchis (Liparis loeselii) werden deutlich günstigere Bedingungen und damit Voraussetzungen für eine Bestandsverbesserung geschaffen. Durch die Verbesserung der Retentionseigenschaften der Landschaft in den Maßnahmegebieten leistet das Projekt nicht zuletzt einen Beitrag zum allgemeinen Hochwasserschutz.
 
Im Naturpark Barnim werden unter dieser Zielstellung rund 200 Hektar geschädigte Moore wieder vernässt. So werden Schwankungen im Jahreswasserhaushalt abgefangen und das Klimagas CO2 im Boden gebunden. Durch den Bau von Fischtreppen und Sohlgleiten wird das Gewässernetz im Naturpark für Fische durchgängig gemacht. Ein ökologisches Monitoring begleitet das Projekt. Ein zentrales Vorhaben im Naturpark Barnim ist das Schlossbergareal in Biesenthal am Fernradwanderweg Berlin-Usedom. Dieser soll als Ausgangspunkt für die naturtouristische Erschließung im Biesenthaler Becken und im Finowtal entwickelt werden.
Die Stadt Biesenthal ist hier als Projektpartner sowohl Eigentümer als auch Planungsträger des Vorhabens. Ein Infopunkt mit Toilette und Fahrradstation, soll Reisende und Wanderer zur Rast einladen. Ein Moorerlebnispfad, ausgehend vom Standort Biesenthal, rundet das Angebot ab.
 
In Polen stehen vor allem die weitere naturtouristische Erschließung des Nationalparks und die Lenkung der Besucher auf dem Programm. Das Nationalparkzentrum soll barrierefrei gestaltet werden. Durch Kartierungen im Gelände wird die Planung zukünftiger Schutzmaßnahmen vorbereitet. In Kooperation mit einer Reihe von regionalen Partnern sollen über das Projekt sowohl im Drawienski Nationalpark als auch im Naturpark Barnim ganzjährig nutzbare deutsch-polnischer naturtouristischer Angebote entwickelt werden. Dabei werden vorhandene Einrichtungen wie die Waldschule Bogensee auf deutscher Seite und der Drawienski Nationalpark auf polnischer Seite gestärkt. Vorgesehen ist zum Beispiel die Entwicklung eines innovativen deutsch-polnischen Umweltbildungsangebotes. Jugendliche sollen mit moderner Technik wie GPS, GIS, Digitalfotografie und Luftbildern für die ökologischen Inhalte des Projektes begeistert werden.
 
Projektstruktur Im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsinitiative der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Republik Polen wird das mit über 3.1 Millionen Euro dotiertes Projekt zu 85 % aus Mitteln der EU gefördert. Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg fördert die Vorhaben im Naturpark Barnim und kommt für den Eigenanteil des Lead Partners Förderverein Naturpark Barnim e.V. auf. Der Förderverein Naturpark Barnim e.V. leitet das Projekt und ist für das Gesamtprojekt verantwortlich. Die Projektpartner bearbeiten ihre Teilprojekte eigenverantwortlich.
 

 

Laufzeit
 
11/2010 – 02/2014
 

 

Förderprogramm
 
INTERREG IV A POMERANIA     www.pomerania.net
 

 

Finanzierung
 
Kofinanziert aus Mittel der Europäischen Union
(Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) www.interreg4a

Grenzen überwinden durch gemeinsame Investition in die Zukunft

Gefördert durch die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg www.naturschutzfond.de
 

 

Projektpartner
 
Förderverein Naturpark Barnim (Lead Partner)
Drawienski Nationalpark www.pl.de
Stadt Biesenthal www.biesenthal.de
 

 

Kooperationspartner
 
Naturparkverwaltung Naturpark Barnim www.mugv.brandenburg.de
Naturwacht im Naturpark Barnim www.naturwacht.de
Förderverein Feldberg – Uckermärkische Seenlandschaft e.V. www.uckermaerkische-seen.de
Wasser- und Bodenverband "Finowfließ www.wbv-finow.de
Landesforstamt Berlin (FoA Pankow)
Oberförsterei Eberswalde-Finowtal www.waldmarkt.de
 

 
Projektbüro
 
Projektmanagement: Tom Kutter
Förderverein Naturpark Barnim e.V.
Wandlitzer Chaussee 55, 16321 Bernau bei Berlin
T 03338 / 75 30 186
F 03338 / 75 30 136
tom.kutter@naturimbarnim.de

 

 

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