Naturschutzprojekt halboffene Waldlandschaft
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Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde -
Halboffene Waldlandschaften auf städtischen Altlastflächen

 
Projektgebiet
 
Das länderübergreifende Projektgebiet erstreckt sich über den Norden des Berliner Bezirkes Pankow und Teile der Gemeinden Panketal und Wandlitz sowie der Stadt Bernau in Brandenburg. Im Zentrum liegt das ehemalige Berliner Stadtgut Hobrechtsfelde mit seinem alten Speicher und dem denkmalgeschützten Dorfensemble. Es ist Teil des 75.000 ha großen länderübergreifenden Naturparks Barnim.
 
Das Projektgebiet ist weitestgehend identisch mit dem ca. 2000ha großen Einzugsgebiet des Lietzengrabens und erstreckt sich parallel zur S-Bahnlinie nach Bernau über eine Länge von 10 km von der Schönower Heide im Nordosten bis an den Rand des Berliner Stadtteils Karow im Süden
 
Das Gebiet der Karower Teiche und der Bucher Forst südlich der ehemaligen Rieselfelder, sowie die Schönower und die Basdorfer Heide nördlich davon, sind weitere wesentliche Teile der Projektgebietes. In Nachbarschaft zum Projektgebiet liegt die „Gesundheitsregion Berlin-Buch“ als medizinischer Klinik- und Forschungskomplex von europäischem Rang. Dichtbesiedelte Stadtrandwohngebiete des Bezirks Pankow von Berlin im Süden und die Wohnsiedlungen von Panketal und Schönow im Nordosten grenzen unmittelbar an das Projektgebiet.
 
Seit Aufgabe der Rieselfeldnutzung im Jahre 1985 dominieren auf diesen Flächen drei Faktoren Entwicklung und Charakter des Gebietes:


 
Aus den bisherigen Erfahrungen bei der Umgestaltung der Rieselfelder in Verbindung mit den Zielen der Berliner Forsten ergeben sich folgende Voraussetzungen für das Projektgebiet: In der Vergangenheit hat es eine Reihe von Konzepten für die Entwicklung dieser Landschaft gegeben. Einige von ihnen wurden auf Teilflächen umgesetzt, andere sind in der Realisierung. Ein tragfähiges Gesamtkonzept gibt es aber immer noch nicht.
 
Projektstruktur
 
Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt im Rahmen dreier, in enger Verbindung stehenden Projektstufen, die sich aus der finanziellen Realisierung der einzelnen Maßnahmen ergeben: Projektträger
 
Förderverein Naturpark Barnim e.V.
 
Projektpartner
 
Berliner Forsten
Naturpark Barnim
Agrar GmbH Hobrechtsfelde
Berliner Stadtgüter GmbH
Senatsverwaltungen Berlin
Landkreis Barnim
Gemeinden Wandlitz und Panketal
Stadt Bernau
Berliner und Brandenburger Naturschutzverbände
Wohnungsbaugenossenschaft Brehmer Höhe
Berliner und Brandenburger Hochschulen
Fachleute für umweltbezogene Planungen
regionale Tourismusanbieter
 
Laufzeit
 
04/2011 bis 03/2015
 
Finanzierung Kernprojekt
 
E&E Vorhaben des BfN (Bundesamt für Naturschutz)
Berliner Forsten
Naturschutzdfond Brandenburg
Förderverein Naturpark Barnim e.V.
Landkreis Barnim
 
Projektziele des Hauptvorhabens
 
Hauptziel des E+E-Vorhabens Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde ist die Erprobung neuer Synergien zwischen Naturschutz, Forstwirtschaft und stadtnaher Erholung durch die Entwicklung aufgeforsteter Rieselfelder zu beweideten Waldlandschaften im Einzugsgebiet einer Großstadt sowie die Entwicklung von Möglichkeiten der Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes von Reiselfeldern. Ziel ist es, mittels extensiver Beweidung einen für Deutschland neuen Landschaftstyp zu entwickeln: die halboffene Waldlandschaft - unter Berücksichtigung der besonderen Situation auf ehemaligen Rieselfeldern. Im Unterschied zu den bisher in Deutschland erforschten und erprobten extensiven Ganzjahresbeweidungen liegt der Fokus der Untersuchung im Projekt Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde auf den Synergien, die sich für den Naturschutz, die Erholungsnutzung und für die forst(wirtschaft)lichen Ziele durch die Beweidung ergeben. Dabei stellt die extensive Beweidung von Waldflächen eine besondere Herausforderung dar, da diese bisher in deutlich geringerem Umfang erprobt wurde als die extensive Beweidung von Landwirt­schafts- und sonstige Offenlandflächen. In Deutschland fehlen bisher beweidete halboffene Waldgebiete von über 1.000 ha. Damit kommt dem Projekt Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde eine Schlüsselstellung bei der Untersuchung einer großräumigen extensiven Beweidung von halboffenen Waldflächen zu. Zentral bedeutsam für den nachhaltigen Erfolg ist die Klärung, unter welchen forstrechtlichen Bedingungen eine extensive Beweidung der Forstflächen möglich ist. Dabei orientiert sich die Beweidung an der Lüneburger Erklärung zu Weidelandschaften und Wildnisgebieten (Riecken et al. 2004). Grundsätzlich soll das Projekt die Walderhaltung sichern. Die Bedeutung der Waldweide u.a. als forstwirtschaftliches Instrument der Weiterentwicklung von forstlichen Sonderstandorten in naturnahen Laubwald in einer halboffenen Waldlandschaft soll erprobt werden. Darauf aufbauend wird untersucht, wie extensive Beweidung durch große Weidetiere als Instrument zur Umwandlung heterogener Aufforstungen in ökologisch wertvollen halboffenen Mischwald genutzt werden kann. Im Fokus der Untersuchung stehen sowohl Naturschutzzielsetzungen (Habitatvielfalt, landschaftliche Diversität und Dynamik, ausgedehnte übergangsstadien zwischen Gehölzstrukturen und Offenlandschaft, Schaffung von Pionierstandorten) als auch forstwirtschaftliche Ziele wie die Förderung von Zielbaumarten (Eiche, Hainbuche, Ahorn, Esche, Feldahorn) und das Zurückdrängen von Neophyten (Eschenblättriger Ahorn, Traubenkirsche). Dabei sind die sich aus der ehemaligen Rieselfeldnutzung ergebenden, besonderen Standortbedingungen (Boden, Hydrologie, Schwermetalle) von entscheidender Bedeutung. Der Gefahrenabwehr für die Besucher kommt eine hohe Bedeutung zu und wird über geeignete Maßnahmen der Besucherlenkung und -information erreicht. Eines der wesentlichen Erprobungsziele des E+E-Vorhabens ist darüber hinaus die enge Verzahnung der extensiven Waldweide mit der Nutzung des Gebietes durch Erholungssuchende. Die großen Weidetiere werden eine besondere Attraktion für Besucher darstellen und die Chance bieten, die Ziele des Naturschutzes und der Umweltentwicklung dem Publikum aus einem großstädtischen Ballungsraum näher zu bringen. Ziel ist es, die Besucher an die Weideflächen heranzuführen, sie zum Teil um diese herum zu leiten, aber auch direkt durch sie hindurch zu führen. Die positiven Erfahrungen Halboffenen Weidelandschaft Höltigbaum – wo die Erholungsnutzung erfolgreich in die Weideflächen einbezogen wurde – sollen mit den E+E-Vorhaben am Rande der Metropole Berlin und im Naturpark Barnim großflächig erprobt und ausgebaut werden. Die formulierten Ziele des E+E-Vorhabens untergliedern sich in die Themenfelder:
 
Beweidung
 
Wasserwald - Waldumbau und Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes
 
Kommunikation/Besucherlenkung
Einbindung in die Entwicklung des Umfeldes

 

 

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